Freitag, 13. November 2009
Promo
Falls hier einer mal wieder reinschaut lade ich ihn gerne ein die einleitung einer von mir geschriebenen Geschichte zu lesen. Ich werde nun wöchentlich einen neuen auszug anhängen bis dann irgendwann das ganze buch hier verzeichnet ist.
Einen Titel habe ich leider noch nicht, freue mich aber über Anregungen... und jetz viel spass :)

In der Ferne grollten die Schweren Schüsse unserer Artillerie, die trotzdem noch weit entfernt lag. Der Zug hielt an. Köln- eine belebte Stadt. Von meinem Abteil aus konnte Ich den Dom sehen. Groß, schwarz ,kahl ragte er hoch in den Himmel hinaus. Die Bedienung kam in mein Abteil und servierte uns Schlösser-Alt was für eine Ironie. Ja richtig, ich war nicht allein. Es waren noch drei andere , wie man im englishen sagen würde, „Gentlemen“ anwesend. In Unterhemd und Zigaretten im Mund spielten sie Poker. Sehr vornehm. Es war der 06.05.1916 zwei Jahre nachdem uns die ganze Welt überfallen hatte, so hat man es uns gesagt , zwei Jahre zuvor. Deutschland, so hieß es, war der Gute der das arme kleine Österreich schützen musste. Schützen gegen die Ganze Welt. Wie auch immer zwei Jahre lang haben wir uns nun gegenseitig den Kopf eingeschlagen mit Franzosen, Russen und ganz selten auch mit Engländern und Belgiern, wobei Letztere die angenehmere Sorte waren, da sie wohl doch schon eher das Flüchten im Blut hatten. Zwei Jahre lang hatte ich nun auch schon mit diesen Gentleman meinen Dienst getan. Natürlich waren wir die ersten gewesen die zur Kaserne gelaufen sind für „Ehre und Vaterland“. Der Zug setzte sich nun wieder in Bewegung. Hach ja das so vertraute Grollen der Artillerie. Verwöhnte Hunde waren das, wussten nichts von dem schweren Leben im Graben. Mit der Angst zu leben, das du der nächste bist den eine Granate erwischt. Einen Vorteil hat es… man nimmt es nun mal mit Humor , denn was immer es ist es kann das letzte sein. Die zwei Wochen Heimaturlaub die wir hatten schienen im Flug vorbei gegangen zu sein. Meine Heimat Königsberg lag aber auch nur einige hundert Kilometer von der Ostfront entfernt, das nennt sich wohl persönliches Pech. Ein Ivan ist mir im Urlaub dann zum Glück doch keiner über den Weg gelaufen. Durch die Fensterscheiben konnte ich die geliebte Heimat Kilometer um Kilometer an mir vorbeirauschen sehen. Felder, Dörfer, Städte… Nachschub-lkw´s , da fühlt man sich direkt wieder daheim an der Front. Mit der Einnahme Verduns hatte sich unsere Kompanie, die 34.Deutsche Infanterie-Brigade einen Urlaub in der Heimat verdient. Doch dies war nicht leicht gewesen. Im Kugelhagel der feindlichen Mg-Stellungen lässt sich so eine Festung gar nicht gut einnehmen. Meine Brigade umfasste Anfang des Krieges 1.000 stolze Mann. Wir waren dem 3.Deutschen Heereskorps untergeordnet und eine Art Sturmtruppe. In den Heimaturlaub nach dem Sturm auf Verdun konnten 600 Mann fahren. „Im Felde..“ so hieß es , „da ist der Mann noch ein Mann“, so sagten es uns die Offiziere als sie uns in den Sturmangriff auf den nächsten Graben schickten. Der Zug stoppte. Brüssel. Jochen, Sven und Bernd, die drei Gentlemen und zudem noch meine besten Kameraden hatten sich mittlerweile angezogen, ihre Sachen in die Koffer gepackt und abmarschbereit gemacht. Jochen, unser „Anführer“ meinte: „Ich hoffe ihr hattet einen schönen Urlaub, es geht wieder ab an die Arbeit. Wir stiegen aus dem Zug aus. Das große Bahnhofsgebäude hatte im Dach ein großes Loch, womöglich ein Einschlag unserer 8,8 cm Artillerie. Es war kalt und windig. Wir marschierten mit unserem Gepäck zur Truppenleitstelle im Rathaus von Brüssel. Kinder wuselten zwischen unseren Beinen und die Frauen strichen uns über die Arme. Der Himmel war klar, doch in der Ferne zog Gewitter auf. Ein guter Tag für den ersten Fronteinsatz nach dem Urlaub. In der Leitstelle herrschte reger Verkehr. Versprengte Einheitenteile wurden hier zu einer neuen Division zusammengefasst. Jochen begrüßte einen Offizier an seinem Schreibtisch. „ Römerstraße 20 in 15 Minuten“, sagte dieser. „Ihr Transporter ist Wagen Nummer 4“. Wir salutierten und gingen hinaus. In einem Cafe gönnten wir uns noch eine kleine Pause, bevor es weiterging. Jochen führte uns, anhand der Beschreibung des Offiziers, durch Straßen und kleine Gassen voller Menschen. Hauptsächlich alte Männer sahen uns mit einem finsteren Blick an. Es war eine betrübte Stimmung. Die Stadt schien grau und kalt zu sein. Zwischen Großen Häusern ragten einige Ruinen heraus. Die Menschen schienen nicht besonders froh zu sein das sie nun zu Deutschland gehörten. Als wir gerade um eine Ecke bogen erklang ein schriller Schrei vor uns

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